Kieswerk Werschau: BI zieht Bilanz (28.12.14)

Liebe Mitglieder, liebe Bewohner von Werschau und Nauheim,

Nachdem die Pläne zur Kieswerkerweiterung in Werschau seit einem guten Jahr bekannt sind, ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen.

Seit Juni zeugen die Transparente an der Ortsdurchfahrt von Werschau vom Widerstand gegen die Erweiterungs-pläne des Kieswerkes. Bereits nach einer Woche fanden wir eines der Plakate beschädigt auf. Dass unsere Absichten nicht überall auf Wohlwollen stoßen, ist gewollt. Allerdings lehnen wir diese Form der Auseinandersetzung strikt ab.

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Mit der Begehung des zukünftigen Abbaugeländes im Juni konnten wir insbesondere in den gemeindlichen Gremien eine Vorstellung von den Dimensionen der geplanten Eingriffe schaffen. Wir bedanken uns an dieser Stelle, daß für mögliche rechtliche Schritte im Gemeindehaushalt 2015 ein Posten über €5.000 eingestellt wurde.
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Ende Oktober hat die Bürgerinitiative das Kieswerk besichtigt. Zu unserer Überraschung hat uns die gesamte Führungsriege des Betreibers empfangen. Bei dieser Besichtigung wurde bereits angekündigt, dass sich die Planungen nochmals verändert haben und es wurde seitens des Kieswerks angeregt, diese vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens den Bürgermeistern und dem Vorstand der Bürgerinitiative vorzustellen. Anfang Dezember fand dieser Termin statt.

Nach den neuesten Planungen soll in den Jahren 2015-2026 die Reusch bis an die Autobahn heran ausgebeutet werden. Im heutigen Naturschutzgebiet alleine gibt es offensichtlich nicht mehr genug Kies, aber es bleibt von den Planungen nicht ausgespart: es wird durch den zukünftigen neu anzulegenden Klärteich überschwemmt.
Ab dem Jahr 2024 geht es mit Vorbereitungsarbeiten im Gebiet Nonnentalsgraben los. Als erstes soll eine Bandanlage entstehen. Hierfür wird eine Brücke die Straße zwischen Nauheim und Werschau etwa in der Mitte (hinter der Sandkaut) kreuzen.

Die Erdmassen aus dem Gebiet Nonnentalsgraben sollen auch in diesem Abbaugebiet verbleiben und nicht wie ursprünglich vorgestellt zur Verfüllung der Reusch genutzt werden. Dazu soll am südlichen Rand, genau am heutigen Nonnentalsgraben, eine Außenkippe zur Zwischenlagerung der oberen Erdschichten entstehen (sprich ein ca. 20m hoher Erdhaufen).

Ab 2026 wird dann im zwischen Nauheimer und Dauborner Straße Kies abgebaut. Zunächst ca. 2 Jahre gegenüber dem Neubaugebiet „Am Bierhaus“. Dann frisst sich der Abbau langsam nach Süden, ca. ab 2037 wird an der Front der Dauborner Straße abgebaut. Dort werden dann auch die Erdmassen der Außenkippe eingebaut, um die heutige Sichtfront weitestgehend wiederherzustellen.

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Ca. 2048 soll der Spuk dann vorbei und der Abbau beendet sein. Es bleibt ein tiefer Graben ca. in der Mitte zwischen Nauheim und Werschau und eine deutliche Vertiefung im südwestlichen Teil des Abbaufeldes.
Fazit: Der große Rahmen der ursprünglichen Planung ist unverändert. Insbesondere ist der Kiesabbau nicht weiter vom Ort abgerückt. Damit verringern sich weder für uns noch für die nächsten Generationen die Belastungen des Ortes!

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Insbesondere erwarten wir

– Lärm und Staub durch die Abbautätigkeiten. Die grundlegende Abbautechnik soll unverändert bleiben. Da hilft auch nicht, dass der Abbau „im Loch“ stattfindet.
-Auswirkung auf die Trinkwasserversorgung durch die unmittelbare Nähe zum Brunnen der Gemeinde Brechen sind aus unserer Sicht noch immer nicht vollständig geklärt.

Wie geht es weiter?

Das Planfeststellungsverfahren ist Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Auch wenn die Zeitplanung des Kieswerks noch sehr fern klingt, wenn hier vom Abbau in 2026 oder später die Rede ist, sobald die Pläne offiziell genehmigt sind, sind sie unumstößlich und wir können keinen Einfluss mehr nehmen. Daher ist unsere Arbeit JETZT wichtig!
Inzwischen hat sich ein harter Kern von Mitgliedern gebildet, der sich regelmäßig trifft, um inhaltlich zu arbeiten und die nächsten Schritte zu begleiten. Die nächste große Aufgabe ist unsere Reaktion auf die im Planfeststellungs-verfahren offiziell vorzulegenden Pläne des Kieswerks Werschau.

Wir freuen uns immer über weitere Mitstreiter, die die Arbeit der Bürgerinitiative als Mitglieder unterstützen oder sogar auch aktiv an den bevorstehenden Aufgaben mitwirken wollen!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien in Werschau und den umliegenden Gemeinden ein besinnliches Jahresende und ein gutes neues Jahr 2015!

Im Namen der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Kieswerks Warschau

Dominik Schlenz, Achim Günzel, Ludger Werner, Frank Schneider