BI Kieswerk Werschau: Aktuelles Info-Schreiben (02.11.16)

Zur Online-Petition für den Schutz des Naturschutzgebiets “Die Reusch”

Liebe Werschauer,

viele Bürger sprechen uns an und fragen “Was macht die Erweiterung des Kieswerks?”.

Der Antrag des Kieswerks Werschau auf  Erweiterung wurde inzwischen eingereicht. Die Gemeinden Brechen und Hünfelden sind als Träger öffentlicher Belange bereits informiert worden und konnten Stellung nehmen.  Die Öffentlichkeitsbeteiligung hat jedoch noch nicht begonnen.

Auf diese entscheidende Phase hat sich die Bürgerinitiative gut vorbereitet und wird den Antrag genau prüfen, sobald wir hierzu Gelegenheit im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung bekommen.  Wir haben gute Argumente gesammelt und werden zu allen relevanten Punkten Einwände formulieren und diese beim Regierungspräsidium einreichen. Auch Sie alle als betroffene Bürger (Anwohner, Haus- und Grundstücksbesitzer) können und sollten ebenfalls ihre Einwände vorbringen. Die BI wird hierbei durch Mustereinwände unterstützen, sobald die Antragsunterlagen öffentlich gemacht werden.

Aktuell gibt es zwei neue Informationen, die wir gerne mit allen betroffenen Mitbürgern teilen:

Im Rahmen des Verfahrens wurde auf Antrag des Kieswerks das seit 1983 bestehende Naturschutzgebiet „Die Reusch von Werschau“  mit Verordnung vom 13.7.2016 durch das Regierungspräsidium Gießen aufgehoben. 

Wir als Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Kieswerks Werschau sind ganz klar gegen die Aufhebung des Naturschutzes für die Reusch! Aus diesem Grund machen wir von unserem Recht  als betroffene Bürger Gebrauch und reichen eine Petition nach Artikel 16 der Hessischen Verfassung beim Petitionsausschuss des Hessischen Landtages ein. Diese Petition finden Sie als Anlage zu diesem Informationsschreiben. Gleichzeitig stellen wir die Petition auch Online ins Internet.

Wer die Petition gegen die Aufhebung des Naturschutzes für die Reusch unterstützen will, kann entweder

  • die beiliegende Petition und selbst an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtages schicken, oder
  • eine unterschriebene Version beim Schriftführer der BI, Ludger Werner, In der Au 6, Werschau abgeben, oder
  • die Online Petition unterstützen. Einen Link hierzu finden Sie auf der Homepage der Bürgerinitiative unter http://www.stop-kieswerk-werschau.de/Downloads.

Wir haben hier auch die Landtagsabgeordneten unseres Kreises entsprechend informiert und hoffen auf deren Unterstützung.

Durch den Aufhebungsbescheid des Regierungspräsidiums ist die Reusch kein Naturschutzgebiet mehr und das Kieswerk kann die dortigen Grundbesitzer ebenfalls ansprechen, um die notwendigen Grundstücke für den neuen Absetzteich zu pachten oder zu kaufen!

Aber genau hier können Sie die Erweiterung des Kieswerks selbst beeinflussen:

Die Pacht bzw. der Erwerb von Grundstücken im zukünftigen Abbaugelände sind für das Kieswerk eine zentrale Frage. Auch kleine Parzellen können ein riesengroßes Hindernis werden, wenn der Besitzer sie dem Kieswerk nicht zur Verfügung stellt!

Die ersten Werschauer Grundbesitzer haben schon bestehende Pachtverträge mit dem Kieswerk gekündigt! Nach diversen Ausflüchten wurden diese Kündigungen auch vom Kieswerk akzeptiert. Je klarer schon zum  jetzigen Zeitpunkt ist, wie problematisch für das Kieswerk der Erwerb der Grundstücke bzw. das Abschließen von Pachtverträgen wird, desto schwieriger wird die Kieswerkerweiterung durchzusetzen sein. Weiterhin ist davon auszugehen, dass Enteignungen zwar nicht ausgeschlossen werden können, aber wohl aufgrund von sehr hohen rechtlichen Hürden nicht zu erwarten sind. Bisher ist das in Deutschland über den Gerichtsweg für Kiesabbau nicht vorgekommen.

Es gibt aktuell ein Beispiel aus Norddeutschland, das zeigt, wie stark der Einfluss der Grundbesitzer auf Kieswerkbetreiber sein kann und in diesem Fall vermutlich sogar zum Ende des Kiesabbaus führen kann: In der Nähe von Hamburg, genauer im Ortsteil Eckel der Gemeinde Rosengarten weigern sich Grundbesitzer dem ortsansässigen Kieswerk ihre Grundstücke für eine geplante Erweiterung zur Verfügung zu stellen. Damit ist in greifbare Nähe gerückt, dass das Kieswerk seine Erweiterungspläne nicht wie geplant durchführen kann und es keinen Kiesabbau geben wird.

Den kompletten Artikel finden Sie unter http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/rosengarten/politik/kiesabbau-ist-nicht-erzwingbar-d49563.html.

Wir geben nicht auf, alles uns Mögliche gegen die Erweiterung des Kieswerks zu tun, um unsere Landschaft und unsere Umwelt so zu erhalten wie sie heute ist!

Wir hoffen hier weiterhin auf Ihre Unterstützung!

Bei Fragen sprechen Sie uns an, wir helfen gerne weiter, auch wenn Sie nicht Mitglied in der Bürgerinitiative sind! Vorgefertigte Kündigungsschreiben für Grundbesitzer können Sie von uns bekommen, sie sind auch auf der Homepage der BI veröffentlicht.

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